Selin Dettwiler, Filmerin, Luzern

Selin Dettwiler überzeugte die die Fachjury mit ihrem poetischen, biographisch inspirierten, transkulturellen und transdisziplinären Film-Lyrik-Projekt Hüzün. Sie wird ihr Projekt im Herbst 2019 gemeinsam mit Michael Baumann, Drehbuchentwickler und Lyriker, während zehn Wochen in Istanbul verfolgen und umsetzen.

Bild © Michael Baumann

Aus dem Jurybericht:

«Das vertraute Gefühl bekommt plötzlich einen Namen», schreibt Selin Dettwiler und meint damit Hüzün, dieses Gefühl der Melancholie und Sehnsucht, das die in der Schweiz aufgewachsene Tochter einer Kurdin aus der Türkei und eines Schweizers auch hierzulande zuweilen verspürt, dafür aber lange keinen Namen hatte.
Hüzün ist denn auch Ausgangspunkt der visuellen und literarischen Recherche der Filmerin und Teilzeitstudentin der Philosophie und Islamwissenschaft. An unterschiedlichen Orten in Istanbul macht sie sich, zusammen mit Michael Baumann, auf die Suche nach Bildern, Texten, Gedichten und Liedern über Hüzün.
Während früherer Aufenthalte in Istanbul machten sie die Erfahrung, dass Lyrik und Literatur bei der Bevölkerung einen viel grösseren Stellenwert haben als in der Schweiz und ganz selbstverständlich zum Leben dazugehören. Selin Dettwiler will den unterschiedlichen Bedeutungen und Wahrnehmungen von Hüzün, sowie den eigenen, biographisch geprägten Sichtweisen nachgehen und diese wiederum in Beziehung setzen mit den Perspektiven ihres Projektpartners.
Diese Auseinandersetzungen mit Text und Bild ist eine vielschichtige und transkulturelle.


Selin Dettwiler (*1990) ist im Kanton Solothurn aufgewachsen und lebt in Luzern. Nach der Berufsmatura studierte sie Video an der Hochschule Luzern – Design & Kunst, wo sie 2017 den Bachelor mit Fokus Schnitt abschloss. Heute arbeitet sie als Editorin und besucht Teilzeit ein Studium der Philosophie und Islamwissenschaft.

Onur Atay, Architekt und IlLustrator aus Istanbul

Unser erster Stipendiat aus Istanbul weilte zwischen Mitte August und Mitte November 2018 im Gelben Haus in Luzern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus dem Jurybericht:
Onur Atay (*1986) überzeugte die Jury mit seinem sorgfältigen, gut recherchierten und auf Teilhabe der Luzerner Bevölkerung hin ausgerichteten Projekt «Future Shelters». Darin thematisiert er die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Bunkern in der
Zentralschweiz. Onur Atay nimmt mit seinem Projekt «Future Shelters» gleich in mehrfacher Hinsicht gesellschaftlich relevante Themen auf. So zum Beispiel die Frage nach der Zukunft von Gebäudetypen, die einst für eine zukünftige Bedrohung gebaut wurden. Es ist damit auch eine Frage nach gesellschaftlichen Zukunftsvorstellungen – sowohl in der Vergangenheit, als auch heute. Mit seiner Fokussierung auf die Sonnenberganlage zielt er zudem mitten in eine aktuelle, lokale, stadtplanerische und kulturpolitische Diskussion.

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Einladung zur Präsentation «future bunkers» von Onur Atay
2018927_Istanbuluzern-Invitation_OA.pdf
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Berichte von Onur Atay während seines Aufenthalts in Luzern


2017: Fabian Biasio (*1975), Fotograf aus Luzern

Unser erster Stipendiat aus Luzern war der freischaffende Fotograf Fabian Biasio. Er weilte von Mitte Mai bis Mitte Juli 2017 in Istanbul.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

www.biasio.com

Aufgrund der damals aktuellen politischen und gesellschaftlichen Situation in der Türkei hat sich die Jury für das Vorhaben von Fabian Biasio entschieden, das sich zentral mit der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Situation in der Türkei beschäftigt.

Aus dem Jurybericht:

Fabian Biasio bewarb sich für das Kulturstipendium Armin Meienberg mit der Idee, fotografisch das festzuhalten, was in Istanbul heute und jetzt passiert – «Fotografieren, was ist» – im Sinne einer klassischen Fotoreportage.

Die Jury würdigt die Idee von Biasio, sich in den Brennpunkt politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen zu begeben und diese mit der Kamera zu dokumentieren. Bereits in seinen früheren Arbeiten hat Fabian Biasio gezeigt, dass er ein sensibler und vielfältiger Beobachter ist.

Hier erhalten Sie einen Einblick in Fabian Biasios Arbeit, die in Istanbul entstanden ist und auch in einer Fotodok des Tagesanzeigers veröffentlicht wurde.

Fabian Biasio hat Istanbuluzern zudem eine Serie Bilder für ein Postkartenset zur Verfügung gestellt, das Sie auch käuflich erwerben können.

 

Postkartenset Fabian Biasio

Sieben Postkarten geben einen pointierten Einblick in die fotografische Aktivität Fabian Biasios während seines Stipendiums im Frühling / Sommer 2017. Ihn interessierten die Spuren und Veränderungen in der türkischen Gesellschaft nach Recep Tayyip Erdogans Verfassungsreferendum vom Frühling 2017.
Wir verkaufen das Set zugunsten von Istanbuluzern für CHF 15.– .

Bestellen können Sie die Karten per Email – oder demnächst in unserem Shop.